»Gott grüß' dich, Georg – Gott grüß' dich tausendmal, und herzlich willkommen hier bei mir! Wo sind die Kinder?«
»Mein guter, guter Wolf! – sie kommen nach; der alte Barthold bringt sie mit ihrer Erzieherin die Treppe herauf.«
»Den Alten hast du von Schildheim entführt?«
»Ja – nur bis hierher. Ich mußte jemanden des Pferdes wegen bei mir haben, und er weiß mit Pferden besser umzugehen, als ich ihm zugetraut. Du hast wohl jemanden, um den Rappen vom Bahnhof abholen zu lassen?«
»Gewiß! Nun mache es dir bequem und ruhe dich aus! Wir haben viel, sehr viel miteinander zu besprechen. – Karl – wo steckt der Bursche wieder? Karl, daß die Kinder mit der jungen Dame gleich ihr Zimmer bekommen – es ist alles in Ordnung, Georg; ich habe auch eine Frau, eine ganz tüchtige Person besorgt, damit die Kleinen für die Zeit ihres Aufenthalts hier ordentliche Verpflegung haben. – Ein Junggeselle ist sonst nicht darauf eingerichtet.«
»Wir wollen dir nicht lange zur Last fallen.«
»Davon später – und nun erst her zu mir,« sagte er, indem er die Tür schloß, dann auf den Bruder zuging und ihn umarmte und küßte und wieder küßte. – »Du armer, armer Georg, was hast du ertragen müssen, und doch bei alledem so brav, so wacker dich gehalten! Jetzt bist du wieder der Unsere. Du darfst jedem frei ins Auge schauen, und – wir trennen uns auch jetzt nicht mehr.«
»Mein braver Wolf!« rief Georg, ihn fest an sich pressend, »du treues, brüderliches Herz! – Ueber meine Pläne sprechen wir nachher. Doch was fehlt dir? Du siehst verändert aus, seit ich dich nicht gesehen.«
»Nichts – ein leichtes Unwohlsein. – Und wie geht es deinem Kinde, deiner armen kleinen Josefine – meiner Nichte? Sie wird uns beiden wohl fortan gehören müssen.«
»Du willst auch nach Amerika?« rief Georg erstaunt.