Der Diener warf die Tür weit auf, und seinen Helm im Arm, stand im nächsten Augenblick Graf Geyerstein auf der Schwelle von Melanies Zimmer, die sich bei seinem ehrfurchtsvollem Gruße verlegen halb von ihrem Sitze erhob.
»So, das ist recht, lieber Geyerstein,« sagte die alte Exzellenz, ihm herzlich die Hand reichend, »daß Sie so pünktlich Wort halten. Ich habe Ihnen heute auch eine angenehme Kunde zu bringen.«
»Der Kanzleibote steht auch noch im Vorsaale, Exzellenz,« erinnerte der Diener.
»Lieber Gott, auch den hatte ich ganz vergessen!« rief der Kriegsminister, unwillig mit dem Kopfe schüttelnd, »den muß ich erst abfertigen – aber das ist gleich geschehen. Bleiben Sie nur einen Augenblick hier bei meiner Tochter – ich bin gleich wieder da und bringe Ihnen dann auch die Papiere mit.«
»Welche Papiere, Exzellenz?«
»Werden schon sehen – daß du mir indessen nicht plauderst, Melanie!« Und der Tochter mit dem Finger drohend, verließ der alte Herr das Zimmer.
»Wollen Sie nicht Platz nehmen, Herr Graf?« sagte Melanie leise.
Graf Geyerstein nahm, ohne seinen Helm abzulegen, sich leicht verneigend, einen Stuhl der jungen Dame gegenüber.
»Ich hoffe nicht, daß ich störe, Komtesse.«
Melanie verneinte durch eine Bewegung.