»Alles?« lächelte die Frau Staatsrätin und warf ihrem Gatten einen spöttischen Seitenblick zu.

»Alles, mein Kind,« bestätigte ihr Mann, »und daher weiß ich denn auch, daß eben dieser Georg Bertrand vor etwa drei Wochen drei ganze Tage lang im Hause des Grafen Geyerstein war und dort mit seinem Kinde gewohnt hat.«

»Mit seiner Tochter?« rief von Silberglanz rasch.

»Mit seiner Tochter. Sie scheinen auch in der Familie näher bekannt.«

»Aber, Herr Staatsrat,« rief Fräulein von Zahbern, »davon sollten wir in der Residenz gar nichts erfahren haben?«

»Daß es Ihnen entgangen ist, mein gnädiges Fräulein, wundert mich selber,« bemerkte der Staatsrat, »aber seine Abreise stand mit der der Gräfin Geyerstein in genauester Verbindung, denn sie sind – in einem Wagen abgereist.«

»Und davon haben Sie uns die ganze lange Zeit kein Wort gesagt?«

»Dann hat ihn auch die alte Gräfin mit auf ihre neuen ungarischen Güter genommen,« rief von Zühbig, »und dahin ist denn auch jedenfalls vor acht Tagen das junge Ehepaar nachgereist.«

»Aber in welcher Verbindung könnte Georg Bertrand mit ihnen stehen?« fragte die Staatsrätin; »Franziska, das müßten Sie uns eigentlich herausbekommen. Sie sind ja mit der alten Exzellenz von Ralphen ein Herz und eine Seele, und Melanie...«

»Ich habe seit dieser Verbindung keinen Fuß wieder in das Haus gesetzt,« sagte Fräulein von Zahbern, den Kopf stolz zurückwerfend.