»Herr Graf!« rief Helene in Angst und freudigem Erschrecken.
»Sagen Sie nur, daß Sie mir verziehen haben – daß Sie mir glauben, wenn ich Ihnen betheure, ich bin von Herzen wirklich gut und brav – daß Sie hoffen, mich einst lieben, sich einst mit mir glücklich fühlen zu können. Helene!«
Und Helene antwortete nicht, aber leise lehnte sie ihr müdes Haupt an seine Brust, und aufjubelnd preßte sie Felix an sich und küßte wieder und wieder das goldene Haar, das an seinen Wangen ruhte. In dem Moment schien aber auch wieder der ganze alte Übermuth ihn zu erfassen. Er weinte und lachte, aber unter seinen Thränen riß er sich von Helenen los, zerrte einen großen Koffer vor, der in der Ecke des Zimmers stand, und fing an hinein zu werfen, was ihm unter die Hände kam.
»Um Gottes willen!« rief Helene, jetzt ebenfalls in ihren Thränen lachend aus – »was machen Sie, was soll das werden?«
»Abreise – Abreise, mein Schatz!« rief Felix, ohne sich in seiner Beschäftigung stören zu lassen – »wir sind ja in der größten Eile – unten an der Landung warten sie schon mit Schmerzen auf uns.«
»Abreisen?« rief Helene erschreckt – »aber doch nicht jetzt? – nicht heute?«
»In einer Viertelstunde.«
»Das ist ja unmöglich!«
»Unmöglich ist gar Nichts, Mädchen – Du bist mein, ich bin der glücklichste Mensch unter der Sonne, und das Andere ist alles Kleinigkeit und Nebensache.«
»Aber wie kann das sein – Rohrlands ...«