»In meiner Schuld? In gar Nichts. Im Gegentheil, ich habe noch Geld von ihr in Händen, für den Verkauf ihrer Sachen.«
»Desto besser; das zahlen Sie dann jener armen Frau des Mörders aus, den wir eingebracht haben; die braucht es nothwendig.«
»Aber ich begreife gar nicht.«
»Ich erzähle Ihnen Alles an Bord.«
»Ja, ich gehe ja gar nicht mit.«
»Das schadet Nichts,« rief Felix, indem er Rohrland umarmte und dann bei Seite schob – »also in zehn Minuten ist Jeremias mit dem Karren oben!« rief er nochmals zur Thür hinein, sprang dann hinaus, sah dort ein angebundenes Pferd stehen, setzte sich auf und sprengte im Carriere an die Landung hinunter.
»Nun sagen Sie nur um Gottes willen, wo Sie bleiben, Rottack?« rief ihm Könnern entgegen – »wir warten und warten hier.«
»Lieber Freund,« sagte Rottack – »ach Jeremias, nehmt doch Euern Karren und lauft was Ihr laufen könnt damit nach Rohrlands hinauf – es geht noch ein Passagier mit. – Lieber Freund, ich habe in der kurzen Zeit Etwas besorgt, wozu ein Anderer manchmal ein ganzes Lebensalter gebraucht, und dann noch nicht fertig wird. So recht, Jeremias, das ist ein Prachtbursche, und nicht mit Gold zu bezahlen.«
»Nehmen Sie sich Zeit,« sagte der Capitän des Dampfers, der mit an der Landung stand – »wir haben noch eine volle Stunde übrig und Nichts versäumt. Ich habe nur ein Wenig geeilt, weil ich schon weiß, daß Damen doch nicht immer gleich fertig werden.«
»Will Rohrland mit nach Rio? Er hat doch vorher kein Wort davon gesagt – und wo ist Günther?« fragte Könnern, als sie eine Weile an der Landung auf und ab gegangen waren.