Während sie übrigens standen, zog ihnen Jeremias, der seine besonderen Gründe haben mochte, den Nachtisch nicht zu lange auszudehnen, vorsichtig die Stühle weg, stellte sie in die Ecke und meldete zugleich, daß der Kaffee im andern Zimmer servirt sei. Die Übrigen sahen es auch alle, nur Beckstein, mit seinem etwas unleserlich geschriebenen Gedichte beschäftigt, hatte nicht darauf geachtet, wollte sich nach Beendigung desselben wieder niedersetzen und wäre mitten in die Stube geschlagen, wenn ihn der dicht hinter ihm stehende Rohrland nicht noch gefaßt und gehalten hätte.

Der Kaffee wurde im andern Zimmer servirt, und dort hatte sich Felix wieder von den Übrigen zurückgezogen. Günther, der es bemerkte, trat zu ihm und sagte freundlich:

»Ziehe doch nicht ein so furchtbar grämliches Gesicht, Felix. Siehst ja, bei Gott, aus, als ob wir nicht zu einer Verlobung, sondern viel eher zu einem Begräbniß geladen wären!«

»Es hat auch so etwas Ähnliches,« sagte der junge Mann düster; »aber wahrhaftig, Günther, ich – wollte, ich wäre gar nicht hierher gekommen. Ich fühle, daß ich anfange bitter und vielleicht ungerecht zu werden, und – Andere entgelten lasse, was – möglicher Weise Andere gar nicht verschuldet haben.«

»Du bist und bleibst ein Träumer,« sagte Günther; »aber warte nur; wenn ich Dich erst im Walde draußen habe, will ich Dich schon curiren. Morgen früh um acht Uhr geht's an die Arbeit.«

»Ich wollte, ich wäre schon draußen. Glaubst Du nicht, daß wir uns jetzt empfehlen könnten?«

»Nur noch einen Augenblick; ich muß Etwas mit dem Director besprechen, was mir morgen einen Weg erspart, und habe ihm bis jetzt nicht beikommen können.«

»So eile Dich, mir brennt der Boden unter den Füßen.«

Günther mischte sich wieder unter die Gesellschaft, um des Directors habhaft zu werden, der gerade mit dem Pastor in einer sehr eifrigen Debatte über die Einführung von Futterkräutern in die Colonie verhandelte.

Die Frau Gräfin ging mit Herrn von Pulteleben Arm in Arm im Saale auf und ab, während Jeremias gerade mit dem Kaffee hereingetreten war, und der Baron stand nicht weit von Felix an der Seite mit seiner Tasse und beobachtete Helene, die neben der jungen Frau Rohrland auf dem Sopha saß.