»Muß wohl, Herr Baron,« sagte der Mann, ohne von seiner Arbeit aufzusehen, »um das Bißchen Brod zu verdienen und – die Zeit todt zu schlagen. Was soll man anders thun?«

»Hm,« sagte der Baron, der mit dieser Ansicht vom »Zeit todt schlagen« nicht so ganz einverstanden schien – »ja – ist eigentlich ein einsames Leben in der Colonie.«

»Das weiß Gott!« seufzte der Mann aus voller Brust vor sich hin, und stach nur so viel eifriger in das Leder.

»Apropos,« fuhr der Baron fort, der durch den Seufzer an die Familienverhältnisse des Schuhmachers erinnert wurde – »Nichts wieder gehört von Eurem Proceß?«

»Mit der Geistlichkeit?«

»Ja.«

»Nicht das Geringste und – werde auch wohl Nichts wieder darüber hören, als daß Alles beim Alten bleibt. Der neue Director will so Nichts damit zu thun haben, weil er meint, gegen die Gesetze des Landes ließe sich nicht ankämpfen – der alte hätte mir vielleicht besser beigestanden. Der Herr Pastor zuckt ebenfalls mit den Schultern, da – hab' ich denn natürlich Unrecht, und kann meine Schuhe ruhig weiter flicken.«

»Böse Geschichte,« sagte der Baron, welchem das Gespräch unangenehm wurde – »sehr böse Geschichte! Na, guten Morgen, Pilger!«

»Guten Morgen, Herr Baron,« sagte der Mann, an sein Mützchen greifend, ohne jedoch weiter von dem Herrn Notiz zu nehmen.

Die Straße herunter kam ein anderer Colonist, der Schneider Berthold, der für den Baron arbeitete.