»Hm – nicht unmittelbar – zufällig – die Frau Gräfin schien sehr bestürzt darüber – auffallend bestürzt – ich habe sie in der That so noch nie gesehen, denn sie ist eine sehr resolute und charakterfeste Dame.«
»Es schien so,« erwiederte der junge Mann, der fest entschlossen war, dem Baron nicht auf halbem Wege entgegen zu kommen.
»Hm ja,« fuhr der Baron augenscheinlich verlegen fort, denn er wußte nicht, wie er auf die geschickteste Weise sein Ziel erreichen sollte – »ich – ich muß Ihnen nur gestehen, lieber Graf – aber ich gebe Ihnen nochmals mein Wort, auch ohne den leisesten, unfreundlichen Hintergedanken – daß ich schon seit einiger Zeit – ich weiß eigentlich selber nicht recht, weshalb – den Verdacht gefaßt hatte, daß ....«
»Daß?«
»Daß die Frau Gräfin – daß der Rang der Frau Gräfin, wollte ich sagen – verstehen Sie mich vielleicht?«
»Noch hab' ich keine Ahnung,« lächelte Felix, den die Verlegenheit des Barons amüsirte.
»Es ist eine kitzliche Sache, darüber zu reden – ich gebe es zu,« fuhr der Baron also gedrängt fort, indem er langsam seine Hände in einander rieb, als ob er sie bildlich in Unschuld waschen wollte – »und unter anderen Verhältnissen möchte ein Eingehen darauf vielleicht nicht einmal gerechtfertigt erscheinen.«
»Stehen Sie in einem Verhältnisse, Herr Baron?«
»Mißverstehen Sie mich um Gottes willen nicht!« rief dieser rasch und ordentlich erschreckt. »Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, es ist kein persönliches Interesse, sondern nur das, was ich an der Aufrechterhaltung des Standes im Allgemeinen nehme. Jetzt haben Sie mich doch verstanden?«
»Nicht um ein Jota mehr, als früher,« erwiederte der junge Graf mit einem boshaften Lächeln.