»Wir, Gott sei Dank, nicht,« erwiederte der Brasilianer; »aber ein Fremder, der vor kurzer Zeit mit seiner Tochter zu uns kam, legte sich und wird nicht wieder aufstehen. Er war aber schon krank, als er mein Haus betrat.«

»Ein Fremder? – mit seiner Tochter?« rief Könnern und fühlte, wie ihm dabei das Blut in den Adern stockte.

»Ja, Senhor.«

»Ein Mann mit weißen Haaren?«

»Kennt Ihr ihn?«

»Großer, allmächtiger Gott!« rief Könnern erschüttert aus – »hier also – hier – aber da komm' ich doch noch vielleicht zur rechten Zeit! – Laßt mich zum Hause gehen, Senhor, und wenn Ihr mir eine Liebe erzeigen wollt, so haltet Euch indessen nur etwa hundert Schritt die Straße hinauf. Ruft nur dort, mein Freund wird Euch antworten, und gebt ihm einen guten Rath, was er mit seinem Gefangenen machen soll.«

»Seid Ihr ein Verwandter von dem Alten?«

»Sein nächster und einziger, der ihm in Brasilien lebt.«

»Dann hat Euch der Himmel selber hierher geführt – und nun macht nur, daß Ihr hineinkommt, wenn Ihr ihn noch am Leben finden wollt. Das Andere will ich schon mit Eurem Freund besorgen.«