Der Mann hielt ein größeres Paket im Arme und konnte nicht so rasch von der Stelle, weil er, seiner Bequemlichkeit wegen, Pantoffeln trug. Die Frau führte ein kleines Bündel bei sich und war ihm immer um einige Schritte voraus, bis sie den Wasserrand erreichte. Hier hielt sie plötzlich und wie erschreckt an und flüsterte:

»O, Du mein lieber himmlischer Vater, was will ich thun, was will ich thun!«

»Hier sind wir an Ort und Stelle,« sagte der Mann, der sie hier einholte, in portugiesischer Sprache, aber mit unterdrückter Stimme, »nur rasch, meine Geliebte, daß uns die Tölpel nicht doch noch am Ende auf die Spur kommen.«

»O, mein armer Mann, und er ist immer so gut und rechtschaffen, und ich….«

Während sie klagte, hatte der Portugiese schon sein Bündel in das Boot gegeben und der Frau das ihrige ebenfalls abgenommen und einem Matrosen gereicht. Jetzt legte er leise seinen Arm um ihre Taille und schob sie sanft rückwärts.

»Kommen Sie, Margarita, kommen Sie, wir versäumen sonst die günstige Zeit über die Barre — dort hinten höre ich auch Leute. Denken Sie, wenn man Sie hier fände — mit mir!«

Die Frau schreckte empor. Etwa hundert Schritte weiter oben führte ein Weg vorbei, auf dem zwei Männer gingen, die sich laut miteinander unterhielten. Die Frau glaubte die Stimme des Einen zu erkennen und wich scheu mehr in die Büsche hinein. Dort lag die Planke — einer der Matrosen ergriff ihre Hand, und keine halbe Minute später glitt das Boot in die dunkle Strömung hinaus und mit dieser abwärts.

Am Ufer herauf kam eine einzelne Gestalt, die horchend stehen blieb, als sie das Knarren der Ruder in den Blöcken hörte, das nur so viel deutlicher durch die Stille der Nacht drang. Erkennen ließ sich freilich Nichts von dort, wie nur vielleicht der dunkle Schatten des Bootes selber.

»Grethe,« rief da eine leise, klagende Stimme in den Strom hinaus — »Grethe — bist Du dort?«

Keine Antwort erfolgte; blitzesschnell trieben die Ruder das Boot vorwärts, das wenige Minuten später um eine ablaufende Biegung des Flusses verschwand. —