»Nein,« sagte der Mann ruhig, »sie hat ein Bündel mitgenommen und ist nach dem Flusse gegangen. Ich sprach Jemanden, der ihr begegnet ist.«
»Und habt Ihr keinen Verdacht, wer dabei die Hand im Spiele haben könnte?« fragte der Director.
»Verdacht? Nein,« sagte Pilger mit fest zusammengebissenen Zähnen, »aber die Gewißheit, daß es jener gottverfluchte Bleifuß, der Delegado, gewesen ist. Es giebt jetzt nur noch eine Möglichkeit,« fuhr er fort, während der Director leise vor sich hin mit dem Kopfe nickte, »daß die Flucht nach dem Flusse zu vielleicht nur zum Schein war und meine Grethe jetzt ruhig drüben im Hause des Delegado versteckt ist. Allerdings fuhr vor etwa einer Viertelstunde ein Boot stromabwärts, aber ich kann mir nicht denken, daß der Portugiese die Frau allein fortschicken wird, und deshalb komme ich her, Herr Director, und wollte Sie bitten, das Haus des Portugiesen augenblicklich durchsuchen zu lassen. Finden wir dort nichts, dann muß sie den Strom hinunter sein, und ich glaube, ich weiß ein Haus, wo sie sich möglicher Weise verborgen halten könnte.«
»Wart Ihr schon am Hause des Delegado?«
»Ja — es ist Alles stockfinster drin, aber das bedeutet nichts.«
»Wißt Ihr, daß der Delegado Urlaub von der Regierung und mir heute Abend schriftlich angezeigt hat, ich solle sein Amt hier für ihn versehen?«
Der Mann schlug entsetzt die Hände zusammen.
»Dann ist's auch richtig,« stöhnte er — »dann ist er fort und sie waren in dem Boote, das ich gesehen habe. Wollen Sie mir helfen, Herr Director?«
»Von Herzen gern, Pilger, aber wie?«
»Erst gehen wir jetzt zu seinem Hause und sehen ob er fort ist, und finden wir das bestätigt, dann bitte ich Sie um weiter Nichts, als Ihr Boot — Leute schaff' ich schon herbei.«