»Nein — nein — ich weiß, Du bist ein gutes, vernünftiges Kind,« sagte die alte Gräfin, von dem Vorwurfe getroffen — »ich war vielleicht zu hart gegen Dich, aber — sollte die Zeit kommen, wo Du Dich gut versorgen kannst, so bedenke auch, daß Du — nicht zu lange damit säumen darfst. Unsere Stellung hier wird mit jedem Monate unhaltbarer, wenn nicht bald Etwas geschieht, der Sache eine andere Wendung zu geben.«
»Und was könnte geschehen?« sagte Helene, und ein ganz eigenes wehes Gefühl beengte ihr die Brust.
»Ich habe doch jetzt Hoffnung,« sagte ihre Mutter, »daß sich mein Plan noch wird realisiren lassen.«
»Du meinst mit der Cigarren-Fabrik?«
»Ja.«
»Und glaubst Du wirklich, daß Etwas dabei gewonnen werden kann?«
»Wenn es richtig angefaßt wird, gewiß.«
»Aber wirst Du im Stande sein das zu thun? Gehören nicht zu einem solchen Geschäfte praktische Erfahrungen?«
»Liebes Kind, glaubst Du nicht, daß ich mir in meinem Leben Menschenkenntnisse genug gesammelt habe, auch mit Menschen umzugehen?«
»Aber das ist eine Sache, wo Du weniger Menschen- wie Waarenkenntnisse brauchst, und wie leicht kannst Du darin betrogen werden.«