»Waarenkenntnisse, Du lieber Gott!« sagte die Gräfin; »das Material ist so einfach, daß sich das gewiß in wenigen Monaten vollständig erlernen läßt. Aber weißt Du selber etwas Besseres?«

»Ich? Du mein Himmel!« seufzte Helene — »wie sollte ich Dir rathen können, der noch nie verstattet wurde, in das praktische Leben der Menschen einzugreifen, ja, sie nur bei demselben zu beobachten? Lange schon hätte ich Unterricht im Französischen und Englischen gegeben, um mich nur in Etwas nützlich zu machen, aber selbst das hast Du mir ja nicht einmal gestattet.«

»Weil es sich mit unserer Stellung nicht verträgt,« sagte die Gräfin finster — »mit welchem Gesicht hätte ich nur dem Baron entgegentreten können, wenn die »Comtesse« den Bäcker- oder Schusterskindern da drüben Unterricht gegeben hätte? — Das verstehst Du nicht, Kind.«

»Und Cigarren machen für Bäcker und Schuster?« sagte das junge Mädchen traurig.

»Das ist etwas ganz Anderes, wir lassen sie machen,« erwiederte die Gräfin rasch — »wir leiten nur die Fabrikation, und wenn wir selber »zum Spaße« dann und wann und auf unserer Stube ebenfalls arbeiten, so ist das etwas ganz Anderes. Auch Damen der höchsten Stände in Europa haben zu ihrer Unterhaltung Handarbeiten betrieben, Blumen, Pappsachen, Verzierungen auf Glas- und Holzwaaren und tausend andere Dinge gemacht. Wir hier brauchen solche Sachen nicht, und wenn wir dafür Cigarren machen, kann Niemand etwas Ungehöriges darin sehen. Selbst der Baron fand das in der Ordnung.«

»So hast Du schon mit ihm darüber gesprochen?«

»Ja,« sagte die Gräfin nach einigem Zögern — »vor mehreren Tagen kam einmal das Gespräch darauf.«

»Und wird er sich dabei betheiligen?« fragte Helene schnell.

»Nein,« erwiederte die Gräfin wieder zögernd; »der Mann war stets zu unpraktisch. Er hat nicht den geringsten Sinn für ein wirklich nutzbringendes Unternehmen, und da ist es auch viel besser, daß man gar nicht mit ihm beginnt; man hätte sonst ewig nur Klagen und Vorwürfe zu hören.«

»Und wer sonst — meinst Du — würde auf einen solchen Plan eingehen?« fragte die Tochter und sah ihre Mutter scharf dabei an.