Die Gräfin hatte sich halb abgewendet und beschäftigte sich an ihrem Nähtische damit, ein aufgerolltes Knäuel schwarzer Seide wieder in Ordnung zu bringen.
»Ich glaube,« sagte sie, und wandte dabei den Kopf lächelnd der Tochter zu — »der Himmel selber hat uns einen Bundesgenossen gesandt, der am Ende der rechte Mann dazu sein dürfte.«
»Unser Gast?«
»Derselbe. Er wünscht sehnlichst, wie er mir wieder und wieder gesagt hat, irgend Etwas in Brasilien zu beginnen, wodurch er nicht allein eine Beschäftigung findet, sondern auch Geld verdienen kann, und ich denke fast, daß mein Plan für alle Beide von Nutzen sein könnte. Meinst Du nicht?«
»Und glaubst Du wirklich, Mama, daß mit dieser Arbeit etwas Ordentliches verdient werden könnte? Ich kann es mir noch immer nicht denken.«
»Aber würde ich es denn sonst beginnen?«
»Ich weiß nicht,« sagte Helene, »es ist mir ein Gefühl, als ob wir der Sache keinen rechten Ernst entgegen bringen könnten — als ob eigentlich andere Kräfte dazu gehören müßten, etwas Ähnliches zu beginnen.«
»Aber ich begreife Dich gar nicht.«
»Und wie wird sich Oskar hinein finden?«
»Wie ihn die Nothwendigkeit zwingt,« sagte die Gräfin entschieden. »Ich habe seinem Leichtsinn jetzt lange genug nachgesehen, aber meine Kräfte sind erschöpft. Ich bin nicht mehr im Stande, sein müssiges Leben zu unterstützen, und er muß eben arbeiten, wenn er existiren will. Dafür sind wir nun einmal in Brasilien.«