Zu diesem Zwecke hatte er sich eine ordentliche kleine Warte gebaut, in welche die eine Ecke seines Gartens, ohne von Außen bemerkbar zu sein, auslief. Das war zugleich ein Lieblingsplatz geworden, wenn er keine andere Arbeit vorhatte, und er las oder schrieb gerade dort am Liebsten, da er sich hier vollkommen ungestört wußte.

Das letzte Gespräch der Männer war gerade vor diesem Ausguck gehalten, und Meier, der mit einem Buche in der Hand in seiner Laube saß, dadurch auf die Fremden aufmerksam geworden. So lange sie da draußen hielten, lauschte er auch ihrem Gespräche, und erst, als sie ihren Weg fortgesetzt, nahm er sein Buch wieder auf. Aber er schien keine rechte Lust zum Lesen zu haben, denn er legte das Buch nach einiger Zeit wieder hin, ging eine Weile mit auf den Rücken gelegten Händen und gesenktem Haupte in seiner Laube auf und ab, seufzte ein paar Mal recht tief auf und schritt dann langsam zu seiner Wohnung und in das Zimmer seiner Frau, die, mit einer Arbeit beschäftigt, am Fenster saß.

Sein Blick suchte Elisen, aber sie war nicht im Zimmer, und erst nach einer Weile kam sie durch die kleine Gartenpforte, die hinaus in den Wald führte, herein und zu der Mutter, wo sie Hut und Buch ablegte und sich still an das dort stehende Instrument setzen wollte.

»Du warst im Walde, Lieschen?« fragte der Vater.

»Ja, Papa.«

»Und bist dort Fremden begegnet?«

Das junge Mädchen sah rasch und erstaunt zu ihm auf, erröthete auch leicht, sagte dann aber lächelnd:

»Woher weißt Du das schon, Papa?«

»Und hast Du nicht den nämlichen Spaziergang hier im Garten?« fuhr der Vater fort, ohne ihre Frage zu beantworten; »ich habe Dich schon so oft gebeten, nicht dort hinaus zu gehen, wenigstens nicht an Sonntagen, wo das müssige Volk aus der Ansiedelung nur immer in der Nachbarschaft umherschwärmt!«

Die Mutter hatte bei Beginn des Gespräches ihre Arbeit in den Schooß sinken lassen, und ihre Miene verfinsterte sich mehr und mehr. Jetzt aber nahm sie für die Tochter die Antwort auf und sagte: