»Nun, das uns von hier nach Rio Grande bringen soll.«
»Nach Rio Grande? Ja, Leute, wollt Ihr denn schon wieder fort? Ihr seid doch eben erst hier angekommen!«
»Ja, wir haben alle unsere Freundschaft bei Rio Grande,« sagte die eine Frau, »und die Passage auch dorthin bezahlt.«
»Aber hier legt nie ein Schiff nach Rio Grande an,« sagte der Director; »da müßtet Ihr erst wieder nach Santa Catharina fahren, und das kann noch sechs oder acht Wochen dauern, bis sich dazu Gelegenheit findet. Wenn Ihr da hin wolltet, so mußtet Ihr doch wahrhaftig mit keinem Schiffe nach Santa Clara fahren. Da hättet Ihr Euch vorher erkundigen sollen.«
»Ja, das haben wir doch gethan,« sagte der eine Mann; »der Herr Agent in Antwerpen hat uns ja auch gesagt, das Schiff hier brächte uns nach Santa Clara, und Rio Grande wäre dicht dabei — er hat's uns ja auch auf der Karte gezeigt — keinen Finger breit von einander war's.«
»Und Euer Schiffscontract ist bis nach Rio Grande gemacht?«
»Da — hier steht's,« sagte der Mann und zog das Papier aus der Tasche.
Der Director nahm es; aber auf den ersten Blick sah er schon, daß in dem Contracte stand: Von Antwerpen nach Santa Clara. »Da steht ja kein Wort von Rio Grande?« fragte er den Auswanderer.
»Na, natürlich nicht, weil's dicht dabei liegt,« brummte dieser verdrießlich; »das hat uns ja der Herr Agent ganz genau auseinander gesetzt, daß das Schiff nur bis Santa Clara ginge und daß dann ein anderes daneben liege, welches uns gleich hinüberbringe. Die Schiffe fahren ja doch alle hier erst in Santa Clara an — so dumm sind wir auch nicht, daß wir das nicht genau ausgemacht hätten.«
Der Director faltete den Contract langsam zusammen und gab ihn dem Manne zurück.