Und wo war Jeremias? — In seinem Dachstübchen, aber fest eingeschlossen, das Schlüsselloch verstopft, so saß er auf seinem Bett, antwortete auf kein Klopfen, und brütete über seinem Geldsack, den er wohl verborgen unter der Matratze liegen hatte und sich nicht mehr getraute zu verlassen.
So war es bald Mittag geworden, und er saß noch immer da, als es plötzlich wieder, lauter als je, an seine Thür schlug. Er gab keine Antwort; aber der Klopfer ließ sich dieses Mal nicht abweisen, und rief, mit dem Mund an der Thür:
»Was, zum Teufel, treibst Du denn da drin, Jeremias? So mach' doch auf!« — Keine Antwort — »verstelle Dich nur nicht — ich habe Dich ja eben nießen hören. Mach' auf, oder ich drücke wahrhaftig die Thür ein!«
Jeremias kannte die Stimme — es war der Kaufmann Rohrland selber — konnte ihm der vielleicht einen guten Rath geben? Jeremias stand auf und schob den Riegel zurück.
»Aber, zum Teufel, was treibst Du denn nur hier oben?« rief ihm dieser entgegen, »überall wirst Du gesucht; der Bodenlos flucht und schimpft und der junge Graf wettert im ganzen Orte herum. Bist Du krank?«
»Zahnschmerzen,« sagte Jeremias, und hielt sich mit beiden Händen die Backe.
»So laß ihn herausreißen — wer quält sich denn so lange mit einem kranken Knochen! Ist's denn jetzt besser?«
»Ja.«
»Kannst Du mir 'was besorgen?«
»Und was ist's?«