»Sie sind sehr gütig.«
»Sie kennen Herrn Director Sarno näher?« nahm der Deutsche nach einigem Zögern das Gespräch wieder auf.
»Nur von der kurzen Zeit, die ich mich dort aufgehalten habe.«
»Wollen Sie einen guten Rath von mir annehmen?«
»Man soll nie einen guten Rath zurückweisen.«
»Gut — dann vertheidigen Sie Herrn Sarno nicht zu lebhaft der Frau Präsidentin gegenüber.«
»Herr Baron,« sagte Günther, erstaunt zu ihm aufsehend.
»Verstehen Sie mich nicht falsch,« erwiederte dieser ruhig; »dem Herrn Sarno können Sie Nichts mehr nutzen, denn er ist seines Dienstes factisch entlassen, und sich selber nur dabei schaden, da die Frau Präsidentin den Herrn nun einmal nicht leiden kann, und auch wohl ihre gewichtigen Gründe dafür hat.«
»Und Sie werden seine Stelle einnehmen?« fragte Günther.
»Lieber Gott,« sagte der Baron achselzuckend, indem er mit den Berloques an seiner Uhrkette spielte, »ich habe mich dagegen gesträubt, wie ich konnte, aber da nun einmal eine Änderung unter allen Umständen eintreten sollte, so gab ich endlich den Bitten des Präsidenten nach. Sie sind nicht lange genug in der Colonie gewesen, und Herr Sarno wird sich auch Ihnen gegenüber wohl zusammengenommen haben; die Zustände dort scheinen aber in der That für die armen Colonisten unerträglich zu werden, und da ich glaube, den Anforderungen, die man an eine solche Stellung knüpft, genügen zu können, so habe ich es auch gewissermaßen für meine Pflicht gehalten, die jedenfalls sehr undankbare Arbeit zu übernehmen, unsere deutschen Holzköpfe da drüben ein wenig zur Raison zu bringen.«