»Ist der neue Director, Herr von Reitschen.«
»Sein Gesicht gefällt mir nicht besonders — doch was thut das — ich werde mit dem Herrn in keine nähere Berührung kommen. Aber ist Schwartzau noch nicht zurück?«
»Noch nicht, doch kann er jeden Tag eintreffen, denn wir haben die letzten drei Tage einen festen Süder gehabt, der eine ganze kleine Flotte von Schoonern in den Fluß gebracht — und geschrieben hat er, daß er kommt. Apropos, Könnern, gehen Sie mit nach Rio?«
»Wann?«
»Jetzt — morgen oder übermorgen.«
Könnern hatte die Arme untergeschlagen und ging mit langsamen Schritten im Zimmer auf und ab; er beantwortete auch eine Zeit lang die Frage nicht; endlich sagte er leise: »Ich kann nicht — ich kann wenigstens jetzt noch nicht, bis sich mein Schicksal hier entschieden hat.«
»Könnern, Könnern, nehmen Sie sich in Acht!«
»Ihre Warnung kommt zu spät,« sagte der junge Mann, indem er vor Sarno stehen blieb und ihm treuherzig in's Auge sah.
»Und sind Sie schon so weit?«
»Weit?« seufzte Könnern; »ich stehe an der nämlichen Stelle, wo ich vor vier Wochen stand — ich habe Elisen seit jenem Tage, an dem ich zum ersten Male ihren Garten betrat, nicht wieder gesehen, also auch nie allein sprechen können, denn der Alte hütet sie ordentlich vor mir, und hat mich schon ein Dutzend Male von seiner Thür zurückgewiesen. Aber ich bin jetzt entschlossen, dem ein Ende zu machen. Ich glaube daß Elise mich wieder liebt, und ist dem so, dann können die Eltern keinen Grund haben, sie mir zu verweigern; ich bin vollkommen unabhängig und kann eine Frau ernähren.«