»Mit einer Bitte?«
»Sie sind immer so sehr gütig gegen mich gewesen.«
»Und die Bitte?«
»Und Comtesse Helene ebenfalls,« stammelte Herr von Pulteleben, und sein Gesicht sah in dem Augenblick aus, als ob ihm das Feuer heraus schlagen wollte — »Sie — Sie können wohl denken, Frau Gräfin, daß das — daß das längere Beisammenleben mit einem so liebenswürdigen Wesen — ich muß zwar gestehen, daß ich eigentlich gar nicht daran denken dürfte, ein solches Glück zu verdienen — eigentlich ist Glück gar nicht der passende Name — Seligkeit sollte man sagen — und — und wenn ich nur hoffen dürfte, daß….«
Er stak wieder vollständig fest, und die Gräfin hatte seine unzusammenhängenden Worte, als sie nur erst deren Sinn ahnte, auch mit keiner Silbe weiter unterbrochen. Jetzt nickte sie leise lächelnd mit dem Kopf und sagte dann freundlich:
»Mein lieber Herr von Pulteleben, ich habe fast gefürchtet, daß Ihnen das tolle Mädchen den Kopf verdrehen würde. Überlegen Sie sich aber die Sache wohl, denn Helene ist….«
»Ein Engel!« unterbrach sie der junge Mann, der seiner überströmenden Gefühle nicht länger Meister war — »ich wäre selig, wenn ich nur hoffen dürfte, daß ich ihr nicht ganz gleichgültig bin.«
Die Gräfin lächelte wieder freundlich vor sich hin und sagte dann in gütigem, aber immer noch abwehrendem Tone:
»Nun, wir wollen sehen; ich werde mit meiner Tochter sprechen — ich glaube, daß wir zu einander passen, und wenn Sie auch noch etwas jung sind….«
»Ich werde mit jedem Tage älter!« rief Herr von Pulteleben, der vor lauter Glückseligkeit schon gar nicht mehr wußte was er sagte.