»Zanken,« brummte Justus vor sich hin, »wer zankt sich denn? Ich will ja gern meine Kunden befriedigen, wenn sie nur höflich sind. Das ist das Wenigste, was ein Künstler außer der Bezahlung verlangen kann.«
»Und wann soll ich den Rock haben?«
»Morgen früh bestimmt, auf Ehre!« rief Justus; »mehr kann ich nicht sagen, das ist mein höchster Schwur.«
»Und um wie viel Uhr kann ich herunterschicken?«
»So früh Sie wollen, und wenn's um neun Uhr ist.«
»Gut; aber was ist denn das, Kernbeutel, seid Ihr irgendwo zu Gevatter gebeten, daß Ihr Euch so furchtbar herausgedonnert habt? Ihr glänzt ja ordentlich wie ein neuer Knopf.«
»Hm,« schmunzelte Justus, an seinen carrirten Beinen hinuntersehend, »heute ist Thé dansant und Concert bei Zuhbel, zur Feier des neuen Directors — wenigstens dazu, daß wir den alten los sind, und da muß man sich doch anständig anziehen.«
»Hm, da hättet Ihr auch etwas Besseres feiern können,« meinte der junge Mann. »Der alte Director war ein Ehrenmann, und ich will zu Gott hoffen, daß der neue eben so gut einschlägt, glaub's aber nicht. Wenn Ihr übrigens nach Zuhbels hinaufgeht, so haben wir, wenigstens ein kurzes Stück, einen Weg, denn ich will nach Barthel's Chagra hinüber.«
»Da reiten Sie aber doch näher die Straße, die hier hinüberführt.«
»Es ist dort eine Colonie ausgemessen, die ich mir einmal ansehen wollte,« sagte Köhler — »der Bach läuft durch, und vielleicht ließe sich dort eine Mühle anlegen.« — Und die beiden Männer, Justus neben dem Pferde her, hielten zusammen die Straße hinauf, bis sie ein Stück im Walde waren; dann bog Köhler links ab an dem Hange hin und Justus Kernbeutel setzte seinen Weg allein fort.