Justus sah ihn eine Weile an, dann fragte er: »Was war denn das, was Du mir sagen wolltest?«
»Jetzt sitz' ich drin,« brütete Bux weiter, ohne die Frage zu beantworten — »mit den Vorstellungen ist es Nichts mehr. Gestern Abend waren drei Personen drin, von denen zwei nicht einmal bezahlt hatten, und ich brauche zwölf, um nur Beleuchtung und Miethe zu bezahlen. Die gottverfluchten Schufte wollen mich zwingen, daß ich die Kinder nicht soll tanzen lassen, und wozu hab' ich denn da die blutigen Rangen. — Verhungern will ich aber nicht — Gott straf' mich!« rief er, sein Knie loslassend und seine Faust in die andere Hand schlagend — »und wenn sie mich dazu treiben….«
Seine Augen blickten stier und wild, und in den schmutzigen, gemeinen Zügen glühte ordentlich Haß und tückische Bosheit.
»Ei, zum Wetter,« sagte Justus, der immer noch solidere Ansichten vom Leben hatte — »wenn's mit der »Kunst« nicht geht, dann versuch's einmal eine Weile mit der Arbeit — verding' Dich bei einem Bauer und….«
»Daß ich mich schinde und plage für ein paar Milreis, nicht wahr, nur um der Heulliese, meiner Frau, und den Rangen die Bäuche zu füllen? Verdammt, wenn ich's thue — da versuch' ich noch wenigstens erst, ob nicht auf andere Weise 'was zu machen ist — he, Schneider!« sagte er plötzlich und sah zu Justus mit einem scharfen, forschenden und doch mißtrauischen Blick auf — »bist Du ein Kerl, auf den man sich verlassen kann?«
»Nanu?« sagte Justus und sah erstaunt zu ihm nieder.
»Ich meine,« fuhr Bux fort, »ob Du das Herz auf dem rechten Fleck hast, wenn es einmal gilt. Du bist auch arm wie eine Kirchenmaus, wenn Du auch jetzt die paar bunten Lappen um Dich herum hängen hast; die Schulden fressen Dich bald auf, und eh' das Jahr um ist, jagen sie Dich so zum Platz hinaus — halt's Maul, ich weiß Alles, und mir brauchst Du Nichts weis zu machen, aber — wenn Du Dir nun mit einem Griff helfen und Alles wieder in's Reine bringen könntest?«
»Donnerwetter!« sagte Justus, und seine Augen wurden immer größer — »was hast Du nur? Weißt Du einen Fleck, wo ein Haufen Gold liegt — aber warum hast Du ihn Dir da nicht schon lange selbst geholt?«
»Weil Einer allein Nichts ausrichten kann,« knurrte Bux, »und mit meiner Vettel von Weib Nichts anzufangen ist. Doch ich will nicht länger hinterm Busche halten, denn Du verräthst mich nicht, so viel weiß ich — dächtest Du daran, bei Höll' und Teufel, ich risse Dir das Herz lebendig aus dem Leibe!«
»Aber was hast Du nur?« rief Justus wirklich erschreckt.