»Hör' zu,« sagte Bux, sich selbst auf diesem abgelegenen Platz scheu umsehend, ob sie Niemand höre — »Du weißt, daß der neue Director angekommen ist.«

»Jedes Kind weiß das,« brummte Justus — »wir feiern's heute.«

»Du weißt aber nicht, daß er einen Haufen Geld mitgebracht hat,« fuhr Bux fort, »um eine Menge Leute abzulohnen, welche der frühere Director angestellt hatte.«

»Und was hilft uns das?«

»Von Buttlich weiß ich's, »fuhr Bux fort, ohne sich stören zu lassen — »und ich selber habe gesehen, wie der schwere Koffer hinauf getragen wurde. Buttlich hat mir aber ebenfalls erzählt, daß nächster Tage eine große Gesellschaft oder ein Ball bei der Frau Gräfin ist — dahin geht der Director jedenfalls, und das Haus ist oben leer — Justus, hast Du Courage?«

»Ne,« sagte dieser, ganz entschieden mit dem Kopf schüttelnd — »zu so 'was nicht — hol's der Teufel, das klingt im Anfang ganz gut, aber nachher wird's auf einmal faul, und dann sitzt man drin. Ne, Bux, das wollen wir doch lieber nicht machen.«

»Memme!« knirschte der Bursche zwischen den Zähnen durch — »habe mir's bald gedacht, daß Du zu Nichts zu gebrauchen bist.«

»Und wenn sie uns erwischen?«

»Wenn wir's so dumm machen, verdienen wir's nicht besser!«

»Ne,« sagte Justus noch einmal nach einer kleinen Pause, in welcher er die Sache hin und her erwogen hatte — »ich verdiene gern einen Thaler Geld und — bin auch nicht übereigen, wie, aber auf die Art — nachher in Eisen nach Rio hinauf geschafft werden und dort in das Loch, wo man erst am gelben Fieber stirbt, ehe man gehangen wird — Gott soll mich bewahren, da — ernähr' ich mich lieber von meiner Kunst, wenn's auch ein Hundeleben ist!«