»Aber meinen Contract –«
»Den nehmen Sie mit nach Antwerpen. Dort am Bahnhof wird Jemand sein der Sie empfängt, und dort erfahren Sie auch Alles, was Sie zu wissen brauchen. Bitte, Meier, stellen Sie sich einmal dahin und schreiben Sie, damit wir das nur endlich fertig kriegen.«
Behrens ging; er sah ein, daß er den so sehr beschäftigten Herrn Kollboeker heute nicht stören dürfe. Er schüttelte den Kopf; der Mann war früher so herzlich und theilnehmend gegen ihn gewesen, und jetzt auf einmal so kalt und vornehm – aber du lieber Gott, er hatte wohl den Kopf voll – zwanzig Briefe – das war keine Kleinigkeit und er wußte recht gut, welche Mühe und Arbeit es seiner sonst in Allem so flinken Frau gemacht, wenn sie nur einmal einen einzigen hatte schreiben müssen.
Wie er die Straße langsam und traurig hinunterschritt, begegnete er dem Doctor, der ihn augenblicklich wieder erkannte.
»Heh?« sagte er, indem er stehen blieb, »ist das nicht unser Brasilianer? – Nun, wie ist's? Den Contract habt Ihr doch nicht unterschrieben?«
»Nein, Herr Doctor,« sagte der Mann, und wurde bis hinter die Ohren roth, – »ich kann's mir noch eine Weile überlegen.«
»Das ist gescheut,« nickte der alte Herr, »und noch gescheuter wär's, Ihr bliebet ganz hier, denn wenn sie Euch auch einen bessern Contract aufsetzen, so ist hier doch Deutschland und drüben Amerika, und was hier gilt, kann möglicher Weise dort drüben auch nicht einen Stecknadelknopf werth sein.«
»Ja« sagte Behrens mit einem Seufzer, »das ist wohl wahr. Nun ich soll ja aber in Antwerpen ganz genau erfahren, wie es damit wird.«
»In Antwerpen? – was wollt Ihr denn dort?«
»Ja da liegt ja das Schiff, und unsere Sachen sind schon voraus gegangen.«