Almeira mußte ihn auch jedenfalls bemerkt haben, sagte aber nichts, und der Fremde schien absichtlich darauf gewartet zu haben. Jetzt, sich plötzlich gegen den Deutschen wendend, rief er diesem zu, herauf und in den Schatten zu kommen. Sie wollten seine Rechnung durchsehen und er sollte dabei sein, damit man ihn im Nothfalle über Einzelnes fragen könne.

Behrens folgte schüchtern der Einladung und grüßte höflich nach allen Seiten. Die Senhora dankte ihm auch mit einem freundlichen Nicken. Senhor Almeira aber würdigte ihn keines Blicks, und nur erst als ihm der Fremde einen Stuhl hinschob, – denn er sah, daß der Mann vor Schwäche kaum noch stehen konnte, – blitzte er ihn zornig mit den Augen an, – ließ sich aber auch das gefallen; es ging ja jetzt Alles in Einem hin.

»Dürfte ich Sie vor allen Dingen um den Contract bitten, Senhor?«

Almeira zögerte einen Moment, nahm ihn aber gleich darauf aus einem Couvert heraus und schob ihn auf den Tisch.

Der Fremde las ihn kopfschüttelnd durch und sagte dann lächelnd zu Almeira: »Man sollte es kaum für möglich halten, daß irgend ein Mensch, der nur noch einen Funken von Verstand in seinem Hirn herum trägt, einen solchen Contract unterschreiben könnte. Ich brauche den Mann auch gar nicht zu fragen, ob ihm Alles gehalten wurde was darin steht, denn es ist ihm nichts versprochen. Nur eine Frage: hat Behrens denn seine Arbeit ordentlich und stet gethan, Senhor?«

»– Ich glaube, ja –« erwiderte der Brasilianer nach einigem Zögern, »unbehülflich sind die Leute zwar und entsetzlich langsam, aber doch so ziemlich willig. Nur mit ihren vielen Krankheiten haben sie mir zu schaffen gemacht und entsetzliches Geld für den Doctor gekostet, der jedes Mal fünfundzwanzig Milreïs für einen Ritt hier heraus bekommt.«

»Hm,« sagte der Fremde, »und zahlt das der Arbeitgeber oder der Arbeiter selber?«

»Wenn er nach dem Doctor verlangt, gewiß der Arbeiter,« lautete die Antwort, »wie käme ich dazu, für Jemanden den Arzt zu zahlen, der bei mir nur auf Theilung des Gewinns dient.«

»Ach ja, so. Entschuldigen Sie. Halt, hier ist dem Mann aber wirklich etwas versprochen für Gartenplatz. Habt Ihr den angewiesen bekommen, Freund?«

»Ja, Herr,« sagte Behrens, »aber erst nach langer Zeit, und dann hat ihn uns der Herr, als wir ihn urbar gemacht, wieder weggenommen und uns ein anderes wildes Stück Land dafür gegeben.«