Die Senhora warf einen fragenden Blick auf den Brasilianer. Dieser schien nicht recht mit der Zumuthung einverstanden, aber er sah auch wohl, daß es sich nicht mehr umgehen ließ, – er nickte, und ein kleines Mädchen wurde augenblicklich abgesandt, um den verlangten Arbeiter herbei zu holen.

»Monsieur,« sagte aber die junge Französin, »Sie haben mich sehr getäuscht.«

»Ich würde unendlich bedauern –«

»Ich erwartete und hoffte mit Ihnen eine langersehnte und angenehme Unterhaltung führen zu können, und statt dessen brechen Sie uns sogar noch mit entsetzlichen Geschichten ins Haus, die Sie vielleicht eine volle Stunde in Anspruch nehmen, während ich darauf brenne, mehr und Ausführlicheres über Rio de Janeiro zu hören.«

»Ich hoffe, gnädige Frau,« sagte der Fremde artig, »daß wir sehr rasch über unser langweiliges Geschäft hinwegkommen werden. Ich verspreche Ihnen sogar, es so viel als möglich zu beeilen, – so weit das nämlich in meinen Kräften steht. Nicht wahr, Senhor, Sie fühlen auch kein besonderes Bedürfniß, sich lange damit zu befassen?«

»Ich müßte es lügen,« sagte der Brasilianer trocken, »aber da kommt unser Mann. Bitte, liebes Kind, laß uns einen Augenblick allein, damit wir die Sache beenden. – Du interessirst Dich doch nicht dafür, und ich möchte Dich der – Gesellschaft entheben.«

»Wenn Sie es mir erlauben, Senhor« sagte die junge Frau, »so bleibe ich hier und höre ein wenig zu. Man muß sich mit allen Verhältnissen ein wenig bekannt machen und drüben – langweile ich mich nur noch mehr.«

Der Brasilianer zuckte mit den Achseln; er wußte recht gut daß er nur zu widersprechen brauchte, um die junge Frau noch mehr in ihrer Absicht zu bestärken. So hoffte er, daß sie es bald von selber satt bekommen würde.

So nickte er denn einem der Negerknaben zu, ihm zu folgen und kehrte bald wieder mit diesem, der ein paar große Bücher auf dem Arm trug und auf den nächsten Tisch legte, zurück.

Auch Behrens war indessen herangekommen und blieb mit dem Hut in der Hand unten an der Verandatreppe in der Sonne stehen.