»Und dorthin wollt Ihr auch?«
»Ja das weiß ich noch nicht,« erwiderte der Mann, »ich denke ja, denn so weit werden die Plätze doch nicht von einander sein.«
»Zeigt einmal das Papier, Behrens,« sagte der Pachter und streckte die Hand darnach aus.
Behrens reichte ihm den »Contract« aufs Pferd hinauf und der Pachter las ihn langsam durch. Dabei schüttelte er aber den Kopf und sagte endlich: »Ja, Behrens, das ist eigentlich gar kein Contract, denn ein solcher bindet beide Theile zu verschiedenen Verpflichtungen; hier aber sehe ich nichts darin, als wozu Ihr Euch, für Euch und Eure Familie verpflichten sollt. Es steht auch weiter nichts drüber, als: Verpflichtung, und wenn Ihr es dabei mit einem ehrlichen Mann zu thun bekommt, so mag die Sache vielleicht gehen; fallt Ihr aber gewissenlosen Menschen in die Hände, dann seid Ihr auch eben in ihre Hände gegeben, und sie können mit Euch machen, was sie wollen.«
»Aber das soll ein ehrlicher Mann sein, Herr Frommann.«
»Wer hat Euch das gesagt?«
»Der Herr aus der Stadt.«
»Ein Auswanderungs-Agent wahrscheinlich,« nickte der Pachter, »der so und so viel Kopfgeld für Jeden bekommt, den er hinüber schafft. Wollt Ihr nicht erst einmal Jemanden fragen, der mit den Verhältnissen genau bekannt ist, und kein eigenes Interesse dabei hat?«
»Ich wollte eben zum Schulmeister gehen, Herr Frommann; der muß es wissen, denn er hat erst noch in voriger Woche den Kindern von Brasilien erzählt und was es für ein herrliches Land wäre.«
»Ob der Euch gerade in einer so wichtigen Sache einen Rath geben kann, Behrens, weiß ich nicht, und bezweifle es fast, denn was er darüber sagen könnte, liest er doch nur aus seinen Büchern. In der Stadt findet Ihr vielleicht Andere, die mehr Erfahrung darüber haben, – aber ich muß fort, denn sie brauchen draußen noch Saatkartoffeln. Das Auswandern kann Euch natürlich kein Mensch verbieten, wenn Ihr einmal fest dazu entschlossen seid, aber leid sollte es mir um Euch thun, Behrens, wenn Ihr in schlechte Hände kämt. Brasilien mag ein schönes Land sein, aber Ihr wißt nicht was Ihr dort findet. Bleibe im Lande und nähre Dich redlich! ist ein altes, braves Sprüchwort.«