Selbst Jackel fehlt nicht mit dem rothen, gutmüthigen aber immer etwas verdutzt dreinschauenden Gesicht. Er sieht heute aber nicht reinlicher aus als gewöhnlich. Da tritt der Kammerdiener zu ihm, und reicht ihm freundlich die Hand zum Abschied.

»Nun Jackel, halte Dich gut bis zum nächsten Jahr.«

»Danke schön; gleichfalls – kommen Sie hübsch gesund wieder her,« nickt Jackel gutmüthig, und schüttelt die gebotene Rechte aus Leibeskräften.

»Aber Jackel,« sagt da der Kammerdiener, indem er seinen prüfenden Blick an der vierschrötigen Gestalt auf und nieder gleiten läßt, mit freundlich verweisender Stimme, »wie siehst Du wieder aus. Reine Wäsche hätt'st Du Dir doch wenigstens heute anziehen können. Was sollen denn die Herren von Dir denken?«

»Ach Herr Kammerdiener,« sagt Jackel gutmüthig lächelnd, aber doch ein wenig dabei erröthend, – »die sind's halt schon an mir gewöhnt.«

Die Wagen fahren vor – die Jagdgesellschaft tritt in den kleinen Vorhof hinaus, und Jeder springt auf seinen Sitz. – Noch einen freundlich grüßenden Blick wirft der scheidende Herr über die Gestalten der Jäger, die ihm mit rasch heruntergezogenen Hüten den herzlichen Abschiedsgruß zurufen, einen anderen, fast mit einem leichten Seufzer nach den schneeigen Bergriesen hinauf, von denen er jetzt wieder auf ein volles Jahr Abschied nimmt – und wie im Flug rollen die leichten Wagen die schmale aber glatte Straße entlang, dem flachen Lande zu.


Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig.

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