»Oh, Du mein Gott!« sagte die kranke Frau und wurde todtenbleich.
»Sein Freund?« rief Pfeffer ärgerlich; »das hab' ich mir etwa denken können, und das wird ein sauberer Graf gewesen sein, der Dich besucht hat; vielleicht ein Photo–graf oder ein Tele–graf – ein Freund von dem Lump – na, nun bitt' ich aber zu grüßen – Herr Jesus, was das für ein verrücktes Frauenzimmer ist!«
»Du redest, wie Du es verstehst!« rief Fräulein Bassini gereizt. »Der Stelzhammer ist in Amerika ein großer, reicher Herr geworden, und das Gewissen schlägt ihm jetzt; er hat den Herrn Grafen gebeten, sich hier nach Dir zu erkundigen, wie es Dir geht, was Du machst und ob es Dir an etwas fehlt.«
»Nein, was das für ein sorgsamer Gatte ist,« rief Herr Pfeffer, sich mit der rechten Hand auf sein Knie schlagend, »ist erst achtzehn Jahre abwesend und erkundigt sich wirklich schon einmal, wie es seiner Frau geht!«
»Und sind sie nicht vor Gericht geschieden?« rief Fräulein Bassini, die merkwürdiger Weise nun, da ihr Bruder die Partei nahm, welche sie selber bis jetzt gehalten, auf die entgegengesetzte Seite übersprang. »Ist er denn gesetzlich verpflichtet, sich überhaupt noch um sie zu bekümmern?«
»Jetzt hör' Einer das Frauenzimmer an!« rief Pfeffer entrüstet. »Hat es denn Jemand von ihm verlangt, heh? Hab' ich etwa Deinen Herrn Grafen ersucht, hierher zu kommen? Aber ist ein Mann, wenn er sich auch von seiner Frau scheiden läßt, nicht etwa doch verpflichtet, noch für sie zu sorgen? Oder glaubst Du etwa, daß da jeder Lump herkommen und heirathen, und sich dann wieder scheiden lassen kann und weglaufen darf wie die Sau vom Trog?«
»Du bist und bleibst ein Grobian – und wenn er es nun bereut?«
»Zeit wär's,« brummte Pfeffer; »aber nun erzähle einmal vernünftig, wenn Dir das irgend möglich ist, was der Fremde wollte und weshalb er zu Dir kam.«
»Eigentlich waren es Zwei,« berichtete Fräulein Bassini, »aber aus dem Zweiten bin ich nicht klug geworden; ich glaube, es muß der Kammerdiener gewesen sein. Er hat auch den Mund die ganze Zeit nicht aufgethan – ein kleiner, dicker Mensch mit einer Glatze wie der Tisch groß.«
»Na, so lüg' Du und der Teufel!«