»Und dann könnte ich gar nicht tanzen?«

»Der Erbprinz verläßt augenblicklich seine Loge, sowie er hört, daß das Stück gar nicht gegeben werden kann. Benutzen Sie also doch wenigstens diesen einen möglichen Moment, sich ihm zu zeigen, daß er Ihre Kunst bewundern kann.«

Das half. – »Also Sie glauben, daß der Hamlet wirklich heut Abend gar nicht sein kann?« fragte sie rasch.

»Ohne Prinzen von Dänemark? Ich kann ihn nicht spielen.«

»Gut, dann werde ich tanzen – rasch, Toni, meine Schuh', und hier die Blume noch ein wenig fester, sie schwankt zu sehr – ich werde Angst haben, Herr Director!«

»Angst? Ich habe Angst,« sagte der unglückliche Mann – »Sie werden mit Jubel empfangen werden und den alleinigen Triumph des ganzen Abends ernten – tausend, tausend Dank, mein bestes Fräulein!« und sich den Schweiß von der Stirn trocknend, stürzte er wieder hinaus auf das Theater.

»Ist er noch nicht da?«

»Herr Director,« sagte der Requisiteur, der aber auch Mitglied war und heute den Rosenkranz spielte, »ich glaube, Herr Handor kommt heute gar nicht. Ich habe in seinem Hause nachfragen lassen und dort erfahren, daß er heute Nachmittag einen kleinen Koffer weggeschickt habe – aber Niemand wußte, wohin.«

»Dann kann's nichts helfen, dann müssen wir zum Äußersten schreiten!« rief der Director, in dem plötzlich ein großer Entschluß gereift war – »Peters, springen Sie zu Meier hinüber – er soll augenblicklich kommen!«

»Er hat sich aber heute krank melden lassen...«