»Das weiß Gott! Na, meinetwegen;« stöhnte Meier, »wenn es denn einmal auf meinen Ruin abgesehen ist, mir kann's recht sein!« Und mit dem Kopf schüttelnd, begab sich der unglückliche, frisch geworbene Güldenstern nach hinten und brummte unverständliche Verwünschungen über das verdammte »Mimen« in den Bart.

Und draußen wirkte Peters.

Kaum war der Vorhang gefallen, als ein Paar riesige Hände zusammenschlugen und eine scharfe Stimme da capo! brüllte, Andere stimmten bei, und das Parterre, leicht geneigt, einem solchen Beispiel zu folgen, fiel endlich, wenn auch nicht gleich in Übereinstimmung, in den Beifall ein. Auch auf der rechten Seite des zweiten Ranges wurde der Ruf da capo laut, aber noch vereinzelt und von einer ganz unsichtbaren Stimme; aber der Vorhang zögerte noch wieder aufzugehen, und nun wurde das Publikum ungeduldig.

»Bellachini 'raus, Bellachini 'raus!« schrieen Einzelne – »da capo!« tönte der Ruf wieder, »da capo!« ging das Echo von da und dort, und als der Vorhang jetzt rasch in die Höhe rollte und das junge, reizende Mädchen mit einem wilden Sprung noch einmal auf der Bühne erschien, brach der Beifall stürmisch aus.

»Musik, Musik!« schrie der Director, der selber hinunter an die Orchesterthür gelaufen war – »noch einmal anfangen – rasch!«

Alle Musici wiederholten die Worte – der Kapellmeister sah sich nach der Thür um und bemerkte das erhitzte Gesicht seines Directors, der Tactstock hob sich, und die Tänzerin, von der Musik überhaupt hingerissen, begann noch einmal, während es jetzt von oben Kränze und Bouquets ordentlich niederregnete.

Krüger aber brach im Conversationszimmer auf dem Sopha zusammen und stöhnte:

»Und wenn ich so alt würde wie Methusalem, an den Abend will ich denken!«

19.
Der Verlobungsabend.

Und wo war Handor indessen?