»Rosafarben? Dann, liebe Beautemps,« lächelte die Gräfin, »war es der nämliche Zettel, den ich ihr heute Morgen gegeben und der weiter nichts enthielt, als das Verzeichniß einiger Sachen, die wir zu unserer in nächster Zeit beabsichtigten Reise mitnehmen wollten. Ich habe es Paula aufgeschrieben, damit nicht immer etwas vergessen wird.«

»Gnädige Gräfin, das Papier sah nicht aus wie ein Verzeichniß,« rief die Gouvernante, die sich an ihren Verdacht klammerte.

»Es war auf meinem Rosabriefpapier geschrieben.«

»Es sah dunkler aus.«

»Wollen Sie eine Schattirung draußen im Freien und in einem solchen Moment erkennen?« lächelte die Gräfin. »Nein, liebe Beautemps, dieses Mal haben Sie einen falschen Verdacht, denn ich gab es Paula ein paar Minuten vorher, ehe ich fortfuhr, und sie wird es dort gelesen haben. Übrigens danke ich Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, und ich würde selber auf Paula strenge Obacht haben, wenn nicht mit dem heutigen Abend ein jeder solcher Verdacht von selber aufhören müßte. Sie werden begreifen, daß man ihn nachher nicht einmal mehr äußern dürfte, ohne das Kind aus das Tödtlichste zu beleidigen.«

»Aber, Frau Gräfin,« rief die Französin, »ich kenne Beispiele, wo nach der Verlobung, ja, sogar nach der Trauung...«

»Lassen wir das,« wehrte die Gräfin ab, der das Gespräch unangenehm wurde; »hier mit Paula haben Sie sich geirrt, und ich werde, um Sie selber zu überzeugen, mir nachher den Zettel von ihr geben lassen.«

»Wie die Frau Gräfin befehlen,« sagte die Gouvernante kalt, aber höflich, und ordnete die Lichter auf den verschiedenen Tischen, wegen deren sie hereingekommen war.

Und Paula kam noch immer nicht. Die Gräfin stand einige Minuten ungeduldig in der offenen Thür, drehte sich dann um und schritt langsam in das nächste Zimmer hinein, von dem ein Ausgang zu Paula's Boudoir führte. Dort klopfte sie leise an, und Paula öffnete selber.

»Meine Mutter!« rief sie erstaunt.