»Nun, was ist? Was habt Ihr? Wo ist Paula?«
»Fort, Vater!« stöhnte George, der leichenblaß aussah.
»Fort?«
»Ihr Kammermädchen hat vorhin einen kleinen Koffer fortgetragen; mein Jean will sie gesehen haben, und der Gärtner behauptet, hinten am Drahtthor habe ein Wagen gehalten.«
»Wo ist Hubert?« sagte der alte Graf tonlos und hielt sich an dem nächsten Sessel fest.
»Er läßt meinen Rappen satteln.«
Der alte Herr sah seinen Sohn stier an, dann drehte er sich langsam um, als ob er in den Saal zurückschreiten wollte; aber hier verließen ihn die Kräfte. George konnte eben noch zuspringen, um ihn in seinen Armen aufzufangen.
20.
Hamlet, Prinz von Dänemark.
Director Krüger, den wir verlassen haben, als er im Conversationszimmer von all' der Angst und Aufregung wie gerädert zusammenknickte, sollte aber noch nicht zu Ruhe kommen, denn wieder mußte das Orchester Nachricht haben, was es jetzt spielen sollte, da es den Trauermarsch doch nicht noch einmal beginnen konnte. Außerdem kam Fräulein Bellachini eben, von rauschendem Applaus und einer erneuten Blumensalve verfolgt, athemlos und erhitzt, aber mit einem ganz seligen Gesicht in das Conversationszimmer und warf dem Director lachend einen Blumenregen vor die Füße. Der mußte er etwas Angenehmes sagen, sonst gab sie ihm das zehnfach in allerlei Ärgerniß wieder zurück, denn genau so stolz wie eine Sängerin auf ihre Kehle, ist eine Tänzerin natürlich auf ihre Füße.
»Mein liebes, verehrtes Fräulein,« sagte er, sich mit einem innerlichen Seufzer von dem Sopha emporrichtend, »Sie haben getanzt wie ein junger Gott, wie eine Sylphide, eine Bajadere, eine Triade oder Gott weiß, wie die Dinger heißen – Sie haben getanzt wirklich zum – zum Küssen. – Erlauben Sie, daß ich Ihnen im Namen Deutschlands um den Hals falle...