»Den werden sie selber sehen – na, wenn das heut Abend gut geht...«
»Wär' es nicht eigentlich passend, Herr Director, wenn Sie selber vorher hinauf in die Loge zum Erbprinzen gingen und ihm...«
»Mit meiner großcarrirten Hose?« rief Krüger, »auf die mir noch der Esel, der Schulze, vorher die Lampe gegossen hat? Sehen Sie einmal den Ölflecken – machen Sie, daß Sie hinauskommen!«
»Da fängt die Ouvertüre schon wieder an.«
»Na, dann warten Sie, bis sie fertig ist – nachher aber gleich – der Vorhang braucht gar nicht wieder zu fallen – Sie gehen nur ab.«
Es war jetzt in der That weiter nichts zu thun. Unten im Orchester spielten sie eins jener monotonen Stücke, die gewöhnlich in Schauspielen die Zwischenacte ausfüllen und nichts sind, als ein musikalisches Geräusch, bei dem sich das Publikum ungestört unterhalten kann, und Aus- und Eingehende die Thüren werfen.
»Ist denn Rebe noch nicht unten?« fragte der Director ungeduldig – »wenn wir jetzt noch einmal eine Pause machen müssen...«
»Ich stehe zu Ihren Diensten, Herr Director,« sagte aber dieser selber, indem er in vollem Costüm auf seinen Chef zutrat.
Er hatte die vorher aufgetragene Schminke abgenommen und sah eigentlich bei Lampenlicht geisterhaft bleich aus – aber zu der Rolle paßte es. Das Costüm saß seiner schlanken, edlen Gestalt ebenfalls wie angegossen, und Krüger sah ihn ordentlich überrascht an.
»Und Sie haben wirklich noch Courage?«