Der Erbprinz selber schien ganz ergriffen von dem Spiel und gab unwillkürlich wieder das vorher so gut eingeschlagene Zeichen zum Applaudiren, indem er die Fingerspitzen der weißen Glacéhandschuhe vorn zusammenbrachte – aber es half nichts.
Bei der Tänzerin war es etwas Anderes gewesen und diese eine berühmte Notabilität; sie mußte beklatscht werden, oder ganz Haßburg hätte sich blamirt. Ihren Rebe aber, den kannten sie besser als irgend jemand Anders, und da hinein ließen sie sich nicht reden, und wenn es vom Erbprinzen selber gewesen wäre.
Der Vorhang fiel, und schweigend wie das Grab saß das ganze Haus, bis plötzlich wieder das Zischeln und Flüstern begann und Einer dem Andern seine Bemerkungen leise mittheilte, oder erst vorsichtig dessen Ansichten hören wollte.
Jeremias athmete tief auf. Wie der Vorhang fiel, war ordentlich, als ob ein Alp von seiner Brust genommen wäre, in einer solchen, fast fieberhaften Spannung hatte er in den vorigen Scenen gesessen und zugesehen. Jetzt war es vorbei, er konnte wenigstens einmal wieder ordentlich Luft schöpfen, und ein eigenes, merkwürdiges Gefühl durchzuckte ihn, als er dabei die verschiedenen, aber fast sämmtlich günstigen Urtheile über den neuen Hamlet hörte.
»Na, nu seh' einmal ein Mensch an; wer hätte das dem Rebe zugetraut? Nicht gemuckst hat er bis jetzt, und gethan, als ob er nicht Drei zählen könnte, und nun rückt er auf einmal mit dem Hamlet heraus.«
»Na, aber der Handor hätt' ihn doch besser gespielt...«
»Nicht so viel, nicht die Probe; geschrieen hätt' er mehr, ja – aber der verfluchte Kerl sah ordentlich wie ein Prinz aus!«
»Ja, das war nichts,« sagte da ein Anderer, »die Scene mit dem Geist kann ein Jeder spielen, die spielt sich von selber – aber nachher wollen wir einmal sehen! Mein Hamlet wär's nicht.«
»Ach was, er macht's so gut er kann,« meinte Einer auf einer hintern Bank, »und wer weiß denn auch, wann er die Rolle übernommen hat? Der Handor steht ja noch auf dem Zettel.«
»Was nur dem heute fehlt?«