»Fehlen? Er hat wieder 'was zu viel – der Champagner wird heute gut geschmeckt haben!«
»Daß ihm nur noch Jemand 'was borgt! Mir ist er auch noch hundertfünfzig Thaler schuldig – das ist ein leichtfertiger Patron.«
»Da ist der Rebe ordentlicher, der bezahlt Alles, was er kauft.«
»Ja, aber er kauft nichts,« lachte ein kleiner dicker Mann; »der arme Teufel hat immer kein Geld...«
»Bst, es geht wieder an!« – Das Gespräch war abgeschnitten.
Oben auf der Bühne hatte indessen eine andere Scene gespielt, und kaum fiel der Vorhang, als der Director, ordentlich verlegen, auf Rebe zukam und, sich die Hände reibend, sagte:
»Nun, Herr Rebe, ich gratulire! Es – es geht ja recht gut. Ich – ich muß Ihnen gestehen, ich – habe das nicht erwartet.«
»Sie glaubten, ich würde durchfallen, Herr Director?«
»Aufrichtig gesagt, ja; das Schwierigste haben Sie freilich noch immer vor sich, aber bei einer so plötzlichen Übernahme einer Rolle ist das Publikum auch immer rücksichtsvoll genug, ein Auge zuzudrücken. Ich hoffe doch jetzt wenigstens, daß wir das Stück zu Ende bringen.«
»Woran Sie bis dahin gezweifelt haben. Es freut mich wenigstens, Herr Director, daß Sie, wenn ich morgen Haßburg verlasse, kein so hartes Urtheil über mich fällen werden, als das bisher vielleicht der Fall war. Ich habe Ihnen doch wenigstens bewiesen, daß ich nicht blos zum Stühlehinaustragen zu verwenden bin, und daß Sie mir die Rolle des Güldenstern mit recht gutem Gewissen hätten anvertrauen können.«