Kommt, Herr – ich muß mit Euch ein Ende machen –
Gute Nacht, Mutter...«
Aber das letzte »Gute Nacht, Mutter« sprach er so ergreifend, so wunderbar wahr, daß dem kleinen Jeremias die Thränen in die Augen traten.
Und keine Hand regte sich. Jetzt aber hielt sich Jeremias nicht länger. Seine Handschuhe hatte er schon lange ausgezogen, um zu augenblicklichem Dienst bereit zu sein – jetzt hieb er ein, und wie der erste Schall durch das Haus flog, war es, als ob ein Zauber gebrochen wäre, der bis jetzt Alle befangen gehalten hätte.
Einen solchen Applaus hatte selber die berühmte Tänzerin nicht bekommen: das ganze Haus dröhnte förmlich vom Klatschen und Beifallssturm, in das der Erbprinz jetzt mit augenscheinlicher Freude und mit gutem Willen einstimmte.
»Rebe 'raus!« gellte da zwischendurch eine Stimme, und: »Rebe 'raus!« schrie das Publikum wie aus Einem Munde und als ob es das Versäumte jetzt mit Lärmen und Toben wieder nachholen wollte.
Der Vorhang stieg in die Höhe, aber Rebe kam nicht. Die Ungeduld wuchs, die Leute geberdeten sich wie toll und pochten, stampften, klatschten und schrieen: »'Raus, 'raus! Rebe, Hamlet, Hamlet! Rebe, 'raus, 'raus, 'raus!«
Ein schützender Engel waltet über Allem – Fräulein Rottenhöfer glaubte oder hoffte, ihren Namen mitzuhören.
»Aber, Herr Rebe, so kommen Sie doch, wir werden ja gerufen!«
»Aber, mein bestes Fräulein...«