»Herr Director,« sagte Rebe ruhig, »es freut mich wenigstens, daß Sie das noch im letzten Augenblick erkannt haben, und ich gebe Ihnen mein Wort, daß das mein schönster Lohn heut Abend ist. Wir werden also wenigstens in Frieden und Freundschaft scheiden.«

»Wir wissen noch gar nicht, ob wir scheiden, Rebe,« platzte der Director heraus, »das wissen wir noch gar nicht! Kein Mensch weiß überhaupt, was am nächsten Tag geschieht, ja, an dem nämlichen, und wenn mir heute Morgen Jemand erklärt hätte, daß Sie heut Abend den Hamlet spielen würden, so...« er schwieg erschrocken still, weil er sich beinahe verschnappt hatte. Rebe aber fuhr lächelnd fort:

»Würden Sie ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt haben.«

»Lieber Herr Rebe, ich bitte Sie um Gottes willen...«

»Ich danke Ihnen für Ihre bessere Meinung heut Abend, Herr Director, aber Sie entschuldigen jetzt. Ich fühle mich doch etwas angegriffen und will machen, daß ich nach Hause komme.«

»Soll ich Ihnen vielleicht einen Wagen besorgen?«

Rebe lächelte. – »Tausend Dank, nein – ich wohne gar nicht so weit von hier und bin gewohnt, den Weg im schlechtesten Wetter zu Fuß zu gehen. Gute Nacht, Herr Director.«

»Gute Nacht, lieber Rebe, schlafen Sie recht wohl – Sie können heute auf Ihren Lorbeern ausruhen.«

Rebe knöpfte sich seinen Rock bis oben zu und verließ rasch die Garderobe. Unten an der Treppe ging ein Mann in einem braunen Überrock auf und ab – es war Pfeffer. Rebe wollte mit einem Gruß an ihm vorübergehen.

»Herr Rebe!« rief ihn Pfeffer an.