»Mein bester Herr Pfeffer...«
»Geben Sie mir Ihre Hand.«
Rebe schüttelte die dargebotene aus allen Kräften.
»Sie sind ein ganzer Kerl!« sagte Pfeffer, drehte sich ab und verschwand hinter einer der Coulissen.
Rebe verließ das Theater; er schöpfte tief und anhaltend Athem, als er die frische Nachtluft draußen erreichte. Es war ihm so leicht, so froh zu Sinn, er fühlte den Boden kaum, auf den er trat. Mit raschen Schritten eilte er nach Hause – Essen und Trinken? Er dachte gar nicht daran. Seine Glieder zitterten, seine ganze Gestalt bebte, und als er sein kleines, ärmliches Zimmer im vierten Stock erreichte, schob er den Riegel hinter sich zu, warf sich auf das Sopha, barg sein Gesicht in den Händen und weinte wie ein Kind.
21.
Der Wilddieb.
Unten im Stübchen des Haushofmeisters, im Monford'schen Schlosse saß der alte Förster behaglich hinter einer Flasche Wein und einem großen Stück Kuchen, fest entschlossen, es sich den heutigen Abend einmal gut sein zu lassen – kam es doch überhaupt nicht häufig vor – als der Wiesenmüller, der auf der Stadtseite an das Gut stieß und häufigen Verkehr mit dem Haushofmeister hielt, das Zimmer betrat und sich mit zum Tisch setzte.
Natürlich wurde ihm ebenfalls sogleich ein Glas vorgesetzt, und das Gespräch drehte sich gerade um all' die verschiedenen Persönlichkeiten, welche sich heute zu dem Freibier eingefunden, während Jonas, der zwischen ihnen saß und immer noch glaubte, andere Leute merkten nicht, daß er taub sei, mit hineinsprach und oft die verkehrtesten Dinge vorbrachte.
»Der alte Fritz hat sich auch richtig eingefunden,« sagte der Müller; »das ist ein durchtriebener Halunke und weiß seine Zeit vortrefflich abzupassen.«
»Der Lump!« brummte der Förster in sein Glas hinein. »Der Graf hat ihm ja verboten, sich nach Dunkelwerden auf dem Grund und Boden hier wieder sehen zu lassen.«