Der Doctor schüttelte mit dem Kopf – endlich frug er leise:

»Liegt irgend eine bestimmte Ursache dieser heftigen Störung der Lebensthätigkeit vor? Schreck oder Gemüthsbewegung?«

»Es ist möglich,« erwiderte kaum hörbar die Gräfin.

Der Arzt nickte, ohne etwas weiter zu fragen oder den Puls des Kranken loszulassen. Er hielt einen Aderlaß für nothwendig, aber ehe er ihn anwenden konnte, schlug der Kranke die Augen auf und stierte den Doctor bestürzt an.

»Mein bester Herr Graf, wie fühlen Sie sich jetzt? Es ist Ihnen plötzlich unwohl geworden, nicht wahr?«

Der Graf antwortete nicht. Er schloß die Augen wieder und legte seine Hand gegen die Stirn, als ob er sich auf etwas besänne. Er trug noch seine weißen Handschuhe, und der Arzt entfernte sie jetzt vorsichtig, was der Leidende ruhig geschehen ließ, und rieb ihm dann die Schläfe mit Eau de Cologne.

»Ich danke Ihnen, Doctor,« sagte der Kranke nach einiger Zeit – es waren die ersten Worte, die er wieder sprach –; »bitte, legen Sie mir die Handschuhe nicht fort, ich muß zur Gesellschaft zurück.«

Der Doctor sah die Gräfin fragend an.

»Heute Abend nicht mehr, George,« sagte diese. »Du hast sehr lange in Ohnmacht gelegen, die Gäste sind längst nach Hause, es ist spät.«

Der Kranke sah sie rasch an, und wieder fuhr er sich nach der Stirn, lag aber eine Weile ruhig. Endlich sagte er leise: