»Sehen Sie nach der Tafel – daß alle Fremden das Haus verlassen – einige junge Leute behalten Sie zurück, wenn wir vielleicht noch Boten gebrauchen sollten.«

»Zu Befehl, Frau Gräfin.«

»Wo ist George?«

»Fort – er hat sich ein Pferd satteln lassen.«

»Es ist gut – sehen Sie nach dem Hause.«

Der Haushofmeister zog sich mit einer Verbeugung und einem traurigen Blick auf seinen Herrn zurück; er wäre noch so gern bei ihm geblieben, aber seine Pflicht rief ihn auf seinen Posten. Die Frau Gräfin hatte Recht: die Masse dort aufgestellten Silbers durfte nicht ohne Aufsicht bleiben – daß sie nur daran gedacht hatte!

Eine halbe Stunde verging so. Graf Bolten rührte sich nicht, er schien wie aus Stein gehauen, und nicht regungsloser war der Ohnmächtige auf dem Sopha, dem die Gattin ruhig und mechanisch die Umschläge wechselte. Endlich fuhr ein Wagen vor. So still war es im Hause geworden, daß man deutlich das Knirschen der leichten Räder auf dem Kies hören konnte. Es war einer der Ärzte, der in Carrière herausgejagt sein mußte.

Draußen vor dem Fenster wurden auch Stimmen laut und Leute kamen mit Fackeln. Weder Graf Bolten noch Gräfin Monford beachteten es. Der Arzt schien einen Augenblick da draußen aufgehalten zu sein; es dauerte wenigstens unverhältnißmäßig lange, ehe er eintrat, oder däuchte ihnen die Zeit nur so lang? Endlich kam er und trat zu dem Lager des Kranken, dessen Hand er nahm, um den Puls zu fühlen.

»Gnädige Gräfin, ich bedauere unendlich...«

»Was halten Sie von seinem Zustand, Doctor?«