»Sie hätten eben so gut in's Theater gehen können,« sagte Kleemann, »aus der Verlobung ist nichts geworden; das wird einen Skandal geben in der haute volée

»Aber was ist denn vorgefallen?« rief Strohwisch ganz Ohr, denn solchen Stoff konnte er brauchen. »Alle Wetter, heut Abend jagen sich ja ordentlich die Neuigkeiten; ich kenne mein Haßburg gar nicht wieder!«

»Was vorgefallen ist?« rief Kleemann; »ein Hauptspaß. Ich war heut Abend beim Ober-Medicinalrath, als etwa vor einer halben Stunde ein Bote vom Monford'schen Schlosse ganz außer Athem heruntergestürzt kam, um den Ober-Medicinalrath, der dort Hausarzt ist, hinaufzurufen. Den alten Grafen hat der Schlag gerührt, denn wie sie sich eben zur Tafel setzen wollten, wo die Verlobung proclamirt werden sollte, geht die junge Comtesse heimlich durch.«

»Die Comtesse Monford,« rief Arnold ordentlich erschreckt, »das wunderhübsche, liebliche Mädchen – aber mit wem?«

»Gott weiß es; hinten im Park soll ein Wagen gehalten haben, und der angeführte Bräutigam war zu Pferde nach. Wahrscheinlich erwischt er sie auch wieder, denn Vorsprung hatten sie nicht viel – aber der Skandal, und in der Gesellschaft!«

»Donnerwetter,« sagte Höfken, seine Faust auf den Tisch legend und ganz verdutzt im Kreise herumsehend, »das wäre eigentlich ein merkwürdiges Zusammentreffen: die Comtesse fort und Handor ebenfalls ausgekniffen – dem traue ich Alles zu!«

»Glauben Sie wirklich?« rief Strohwisch rasch; »die Vermuthung liegt allerdings nahe.«

»Unmöglich ist's nicht,« sagte ein Anderer, »der Handor hatte in der letzten Zeit so viel und heimlich mit dem jungen Grafen zu verkehren.«

»Na, der soll wohl dabei geholfen haben?« rief Arnold verächtlich. »Daß der Welt doch eigentlich nie etwas erwünschter ist, als ein Skandal, wenn er nur nicht sie selber betrifft!«

»Sollten wir etwa bemänteln helfen, was in der haute volée vorgeht?« rief Strohwisch.