Kopfschüttelnd trat Pfeffer zu der Commode, auf der das Feuerzeug stand, und entzündete ein Schwefelhölzchen, ließ es aber vor Schreck wieder fallen, daß es verlöschte, als eine ruhige Stimme im Zimmer sagte: »Guten Abend, Pfeffer; bist Du aber lange geblieben!«
»Herr Du meine Güte,« rief Pfeffer, aber immer noch mit unterdrückter Stimme, indem er rasch ein neues Hölzchen entzündete, »wer, zum Henker, hat sich denn da – Jeremias,« setzte er jedoch in unbegrenztem Erstaunen hinzu, als er beim Schein des aufflammenden Phosphors das dicke, gutmüthige Gesicht seines Schwagers erkannte, »wo kommst Du denn noch her?«
»Ich konnt's nicht mehr aushalten,« flüsterte Jeremias, »ich mußte Dich heut Abend noch sprechen und sitze jetzt hier schon eine volle Glockenstunde auf einer Lichtscheere, wie ich eben entdeckt habe, die' auf dem verwünschten Stuhl gelegen hat. Junge, mir ist zu Muthe, als ob ich tanzen müßte!«
»Auch eine sehr passende Zeit und Gelegenheit dafür,« brummte Pfeffer, dem aber trotzdem nichts Lieberes hätte geschehen können, als daß er seinen Schwager noch getroffen. Dabei zündete er das Licht an und setzte es auf den Tisch. »Na, wie war's? Aber sprich leise, ich glaube, die Guste schläft schon.«
»Licht haben sie noch; wie's dunkel war, schien es durch das Schlüsselloch da drüben herein.«
»Das Blitzmädel arbeitet wieder bis nach Mitternacht; ich habe große Lust, hinüber zu gehen und ihr die Lampe vor der Nase auszublasen. Du warst im Theater?«
»Ja, Pfeffer.«
»Nun, wie – bst – ich glaube, die sprechen da drüben noch zusammen.«
»Jettchen,« hatte die Mutter, welche schon ein paar Stunden geschlafen, die Tochter angerufen, »bist Du denn noch auf, Kind? Es muß ja schon so spät sein.«
»Gar nicht, Mütterchen; aber morgen Abend ist ja der Ball, und ich muß doch denen die Arbeit fertig machen, denen ich sie versprochen habe; und der Brautkranz kam auch noch dazu.«