Und ich? – Für mich kein Glück – für mich ein Grab!«
Und wie verzweifelnd barg er das Antlitz in den Händen.
»Rudolph, Rudolph, oh, nicht so, Du weißt ja, daß Du mir das Herz mit solchen Reden brichst; thu es nicht, thu es nicht!«
»Aber welcher Ausgang bleibt mir, als der Tod? Du weißt, daß ich nicht ohne Dich leben kann, weißt, daß ich verderben und untergehen müßte, wenn nicht Dein reines Herz mich an dieses Leben fesselt! Aber was kümmert das Dich,« setzte er bitter hinzu, »Du folgst Deinem Vater, Deiner Mutter; der arme Rudolph mag zu Grunde gehen, er ist ja doch nur ein Schauspieler.«
»Und habe ich das um Dich verdient, Rudolph?« sagte Paula mit leisem Vorwurf im Ton, während sie ihr schmerzbewegtes Antlitz zu ihm emporhob. »Habe ich Dir nicht wieder und wieder bewiesen, wie meine ganze Seele nur an Dir hängt, wie ich kein Glück, keine Seligkeit auf dieser Welt kenne, als nur Dich?«
»Und doch willst Du mir entsagen,« erwiderte der junge Mann schmerzvoll, »doch hältst Du es für möglich, daß Du entsagen kannst, während mir schon bei dem bloßen Gedanken daran das Blut zu Eis gerinnt, und meine Pulse aufhören zu schlagen?«
»Laß mir Zeit zum Denken, Rudolph,« bat das arme Kind, »habe Nachsicht mit meiner Schwäche, wenn ich einen Augenblick schwanken und zaudern konnte. Sieh, noch ist es ja auch nicht so weit, noch ist es ja möglich, daß ich der Eltern Herz zum Besten wende; ich will es wenigstens versuchen, ich will Alles thun, was in meinen Kräften steht, um einen Schritt zu vermeiden, der ja doch mein ganzes künftiges Leben, selbst an Deiner Seite, mit einem Vorwurf belasten müßte.«
»Und wenn Alles fehlschlägt?«
»Ich bin Dein, Rudolph, Dein für alle Zeiten,« rief Paula, »Gott sei mir gnädig, aber ich kann nicht anders; was da auch kommen möge, welche Prüfung mir der Himmel auch auferlegt, ich fühle es, daß die Liebe zu Dir stärker ist als alles Andere!«
»Mein Mädchen, mein süßes Leben,« rief Handor, »jetzt bricht auf's Neue ein Strahl der Hoffnung in mein zerrissenes Herz; aber sie werden Dich zwingen wollen!«