George, todtenbleich und matt, während die Mutter jetzt an seinem Bett kniete und seine Hand gefaßt hielt, war erschöpft und schloß die Augen, und der Graf, den Arm des Arztes ergreifend, sagte mit leiser, aber fester Stimme:

»Was ist vorgefallen? Sie sind verpflichtet, es mir zu sagen; ich muß Alles wissen!«

»Es kann auch leider kein Geheimniß bleiben, Herr Graf,« sagte der Arzt achselzuckend; »der junge Herr hatte heute Nachmittag um vier Uhr ein Rencontre mit dem jungen Grafen Bolten.«

»Mit Hubert?«

»Mit dem jungen Grafen Hubert; Graf Bolten hatte den ersten Schuß und traf seinen Gegner gleich zu furchtbar sicher. Bereiten Sie sich auf das Schlimmste vor,« flüsterte er ihm leise zu, »Rettung ist unmöglich, die Kugel hat die Lunge verletzt.«

Der Arm des Grafen sank wie gelähmt an seiner Seite nieder, als der Verwundete die Augen aufschlug und leise sagte: »Vater! – Mutter!«

»Mein George, mein liebes Kind, wir sind hier, wir sind bei Dir! Um Gottes willen, was fehlt Dir?«

»Es ist vorbei,« flüsterte der Sterbende, – »ich – kann nicht – mehr sprechen. Seid gut – mit Paula – lebt – wohl!«

Er schloß die Augen und ein Zucken lief über seinen ganzen Körper.

»George, George!« schrie die Mutter und warf sich über ihn. Er rührte sich nicht mehr, es war vorbei, und während der Graf, ein wahres Bild des Entsetzens, an seinem Lager stand und den Blick, wie durch einen Zauber gebannt, nicht von dem starren Antlitz des Todten nehmen konnte, lehnte der alte Haushofmeister in der Ecke und schluchzte laut.