Unten die Hausthür war geöffnet; fremde Männer trugen eine Bahre herein, auf der ein Sterbender lag.
Der alte Graf schritt die Treppe hinab, als ob er auf Luft gegangen wäre; er fühlte keine Stufe unter sich, er sah nichts als ein todtenbleiches Antlitz, das von dem Licht zweier Fackeln und darüber gehaltener Kerzen furchtbar deutlich erhellt wurde.
»George,« sagte er, und er selber hörte nicht einmal den Laut der Worte, »George, was ist geschehen?«
»Unterstützt meinen Vater,« sagte der Verwundete leise, »und dann tragt mich hinauf in mein Zimmer – vorsichtig, es thut gar zu weh!«
Zwei der Diener sprangen zum alten Herrn, aber nur den Armleuchter ließ er sich aus der Hand nehmen, den er noch fest und kräftig hielt; er selber stand aufrecht, die rechte Hand, in der er den Leuchter gehalten, noch immer in der nämlichen Stellung emporgehoben, und sein Blick haftete wie gebannt an dem bleichen Antlitz seines Sohnes.
»Was ist geschehen?« wiederholte er, als sich die Mutter mit einem gellenden Aufschrei an die Bahre des geliebten Kindes, an dem ihr Herz mit allen Fasern hing, warf.
Ein Arzt in Uniform begleitete den Trauerzug. Er konnte eben noch verhindern, daß die Unglückliche nicht auf den Verwundeten fiel und seine Schmerzen vergrößerte.
»Hinauf mit Euch, Leute,« rief er, »rasch in das Zimmer, daß der Kranke zu Ruhe kommt! Wollen Sie sich nicht der Dame annehmen?«
Die Worte galten dem Haushofmeister, der, kaum eines Gedankens fähig, neben dem Entsetzlichen stand.
Weitere Worte waren auch unnütz. Während der Arzt selber das Kopfende der Bahre mit unterstützte und alle Diener zusprangen, hoben sie dieselbe leicht und sicher empor und trugen sie rasch die Treppe hinauf in das Zimmer, wo sie den Unglücklichen gleich mit der Matratze, auf der er hierher geschafft worden war, auf sein eigenes Lager legten.