»Und da hat er ganz Recht,« sagte Pfeffer, der in diesem Augenblick eingetreten war und die letzten Worte hörte, »der Rebe ist ein ganzer Kerl, das sage ich noch einmal, und es thut mir jetzt schmählich leid, daß wir ihn früher so unter der Kanone behandelt. Na, wie geht's heute Morgen, Guste, besser? Donnerwetter, Du kriegst ordentlich wieder rothe Backen!«
»Die höchste Zeit, daß ich von Brasilien herüber kam,« rief Jeremias, »Ihr hättet sie hier heilig verhungern lassen.«
»Der verdammte Theaterfriseur,« fluchte Pfeffer, »na, komm Du mir über die Schwelle, ausgenommen zu einem Krankheits- oder Pensionirungsattest! Du meine Güte, wenn ich das erst einmal in Händen hätte und das vermaledeite Komödienspielen an den Nagel hängen könnte!«
»Wünsch' Dir die Zeit nicht heran, Fürchtegott,« nickte die Frau, »alt werden wir Alle früh genug, und doch zehntausendmal lieber von Morgens bis Abends arbeiten, als so da liegen und anderen Menschen zur Last fallen.«
»Zur Last fallen,« brummte Pfeffer, »wem bist Du schon zur Last gefallen, und laß Du das das Jettchen hören, – aber alle Wetter,« unterbrach er sich plötzlich, aus dem Fenster sehend, »kommt denn da nicht Fräulein Bassini wie ein orangefarbener Blitzstrahl angeschossen? Na, die muß eine Neuigkeit haben, da möchte ich meinen Hals darauf verwetten.«
»Kommt sie denn her?« fragte Jeremias.
»Eben ist sie in die Promenadenthür hineingefahren. Was das Frauenzimmer für eine Eile hatte!«
»Wer weiß, was sie hat,« sagte seine Schwester.
»Sicher nichts Gutes,« nickte Pfeffer, »sonst liefe sie nicht so rasch, darauf kannst Du Dich verlassen. Da ist irgend ein Unglück geschehen, oder der Teufel sonst wo los. Ich kenne meine Schwester.«
»Wenn Du nur immer 'was auf die arme Lise bringen kannst,« lächelte die Frau, »und Du hast sie doch lieb, und ich möchte keinem Andern rathen, Übles von ihr zu reden.«