»Ich möchte doch eine Nummer haben,« meinte der kleine Mann, indem er sich heftig die Hände rieb, »und wenn es nur das wäre, um jedes Mißverständniß zu vermeiden.«
»Mißverständniß?«
»Das ist schändlich,« sagte Henriettens Mutter, »wirklich boshaft, niederträchtig, und ich begreife nur nicht, daß sich das Publikum dies gefallen läßt. Er sagt ihnen doch darin mit dürren Worten: Ihr versteht Alle nichts, daß ihr so ein Wesen von dem Rebe macht, ich bin der allein Kluge!«
»Und so ein Lump kriegt ein Freibillet,« rief Pfeffer, »na, wenn ich Director wäre, ich wollte Dich befreibilletten!«
»Der Mensch wird außerdem jetzt Alles daran setzen, um den armen Rebe vollends zu ruiniren,« sagte Fräulein Bassini, »denn er darf jetzt ja nicht einmal mehr applaudirt werden, sonst hätte er nicht Recht gehabt.«
»Natürlich,« sagte Pfeffer, »was der jetzt thun kann, thut er.«
»Und ich glaube nicht einmal, daß ihn der Director nach der Recension wieder spielen läßt,« fuhr Fräulein Bassini fort, »ich kenne ihn, und was der für eine Angst vor diesem aufgesteckten Strohwisch hat, kann gar kein Mensch glauben.«
»Dann geschieht ein Unglück,« sagte Jeremias, und seine Stimme hatte etwas Feierliches, »dann geschieht wahrhaftig ein Unglück.«
»Na, was wird für ein Unglück geschehen,« brummte Pfeffer, »wer einmal Pech haben soll, verliert die Butter vom Brode.«
»Da kommt Jettchen,« rief die Mutter rasch, die das junge Mädchen draußen hörte, »thut die Zeitung weg; sagt ihr nichts davon, das arme Kind kränkt sich sonst zu sehr.«