Fräulein Bassini schob sie rasch in ihre Tasche, aber wie Jettchen eintrat, stockte das Gespräch, und Jeremias selber machte ein so bestürztes Gesicht, daß sie gleich wußte, es war etwas vorgefallen.

»Guten Morgen mitsammen,« rief sie lachend aus, sah aber Alle dann erstaunt im Kreise an und sagte: »Nun, was habt Ihr denn, Ihr seht mich ja Alle so merkwürdig an, was ist denn? Mutter, es ist irgend etwas geschehen?«

»Nichts, was uns beträfe, Kind,« fiel aber hier Fräulein Bassini ein, die sich noch am ersten faßte, »aber hast Du noch nichts von dem Unglück bei Monfords draußen gehört?«

»Leider ja,« nickte Jettchen traurig – »Du lieber Gott, so ein junges, hoffnungsvolles Blut, und in seinem frischesten Alter!«

»Kanntest Du den jungen Grafen?«

»Ich habe ihn draußen im Schlosse gesehen, als ich früher der Comtesse manchmal Arbeiten hinaufbrachte, und in letzter Zeit ist er auch manchmal mit Graf Rottack hier vorbeigeritten. Es war derselbe, Onkel, der damals dem armen Jungen hier vor dem Hause, dem Graf Bolten den Karren überritten hatte, Geld gab, um ihn für den Verlust zu entschädigen.«

»Und der Nämliche hat ihn jetzt todtgeschossen?«

»Und was für Strafe bekommt er nun?«

»Strafe?« sagte Fräulein Bassini, »solche vornehme Herren werden sie auch strafen! Übrigens ist er noch dieselbe Nacht fortgereist, und nun sucht ihn, wenn Ihr ihn haben wollt.«

»Aber was hast Du nur, Vater?« sagte Jettchen, die erstaunt Jeremias betrachtete. Dieser war indessen in der Stube, sich immer die Hände reibend, auf und ab gegangen, und so mit seinen eigenen Gedanken dabei beschäftigt, daß er die Frage nicht einmal gleich hörte.