»Thu' ihn in Deine Sparbüchse, Kind.«

»Aber darf ich denn das viele Geld behalten? Großvater zankt gewiß.«

»Behalt es mir zum Andenken, ich kann Dir ja doch sonst nichts geben, und Du hast mich so oft gepflegt.«

»Aber das muß ich dem Großvater sagen, heimlich darf ich ihn nicht behalten.«

»Sag's nur dem Großvater, Kind, er wird Dir's erlauben. So, und nun leg' mir das Eis auf; die Rosie wird gleich wiederkommen. Oh Gott, wie das feuert und klopft! Du wirst's nicht mehr oft zu thun brauchen, Bärbel.«

Es war fast, als ob das viele Sprechen oder auch vielleicht die gerade von dem Arzte verbotene Aufregung ihn übermäßig angegriffen habe. Er schloß die Augen, war sehr blaß geworden und lag still und regunglos auf seinem Bett.

Die Rosie wollte ihm das verlangte Wasser geben; aber er antwortete ihr gar nicht, und Bärbel selber schlich sich leise hinunter, um den Großvater im Park aufzusuchen und ihm das Geschenk zu zeigen.

Etwa nach einer Stunde öffnete der Kranke die Augen wieder und sah sich verstört um. Nur die Rosie war bei ihm im Zimmer.

Ob er 'was haben wollte? Nein; er schien unruhig, aber die alte Frau auch keine Person, gegen die er sich aussprechen konnte. Er schüttelte mit dem Kopf und horchte nur immer hoch auf, wenn sich unten im Hause etwas regte. Immer heftiger wurde dabei sein Fieber, und das vorher so bleiche Gesicht flammte jetzt ordentlich in wilder Gluth.

Die Rosie war wieder einmal hinunter gegangen, um etwas zu besorgen, als sie plötzlich rasch die Treppe heraufkam und mit ängstlicher Stimme sagte: